Knochenbrüche
Ein Knochenbruch (die Mediziner sagen: Fraktur) entsteht meist durch einen Sturz oder eine Verdrehung. Beim geschlossenen Bruch ist die Haut im Bruchbereich unverletzt. Beim offenen Bruch hingegen befindet sich im Bruchbereich eine Wunde. Für Wunde und Knochen besteht erhebliche Infektionsgefahr.
Nicht jeder geschlossene Bruch wird gleich erkannt. Sind die Gelenke aber ungewöhnlich verdreht, handelt es sich fast immer um einen Bruch. Und fast immer entsteht im Bereich der Bruchstelle durch die Verletzung von Blutgefäßen eine Schwellung. Die Betroffenen haben dort starke Schmerzen. Besteht auch nur der Verdacht auf eine Fraktur, darf der Verletzte nicht viel bewegt werden. Offene Brüchen müssen keimfrei abgedeckt werden, ansonsten sollte man die verletzten Gelenke weich polstern und ruhig stellen: zusammengerollte Decken, Kissen oder Kleidung eigenen sich, dann sollte der Notarzt gerufen werden.
Ein Verletzter mit einem Rippenbruch wird wegen seiner starken Schmerzen flach atmen und versuchen, seinen Oberkörper aufzurichten. Die Lagerung mit erhöhtem Oberkörper bringt Erleichterung, jedoch besteht die Gefahr, dass die Lunge verletzt ist, und das bedeutet Lebensgefahr.
Wirbelsäulenbrüche passieren bei Stürzen aus größerer Höhe oder häufig bei Zweiradunfällen. Im Wirbelkanal der Wirbelsäule befindet sich das Rückenmark mit den wichtigen Nervenverbindungen vom Gehirn zu den verschiedenen Körperregionen und Organen. Ist durch den Bruch der Wirbelsäule auch das Rückenmark beschädigt, kann es zur Querschnittslähmung kommen. Dabei treten von der Bruchstelle an abwärts Lähmungserscheinungen auf - allerdings nicht zwangsläufig. Hat ein Verunglückter starke Rückenschmerzen und kann er seinen Körper kaum noch bewegen, kann ein Wirbelbruch vorliegen. Ist das Rückenmark betroffen, hat er meist Lähmungserscheinungen mit Gefühllosigkeit und Bewegungsunfähigkeit an Armen und/oder Beinen. Bei Verdacht auf Wirbelbrüche sollte man den Verletzten nicht bewegen, da durch jede Lageveränderung weitere Verletzungen folgen können.
Blutende Wunden
Wunden zieht man sich immer wieder zu: die Statistik nennt rund 2,5 Millionen Unfälle, die im Haushalt passieren – wobei Stürze am häufigsten sind. Dabei gibt es neben kleineren Schürfwunden auch manchmal stark blutende Schnitte, die unbedingt versorgt werden müssen. Bei einer tieferen Verletzung stoppen ein Druckverband aus einer sterilen Kompresse und einem Verband die Blutung. Ist keine geeignete Wundbedeckung zur Hand, kann die Blutung durch Aufdrücken eines möglichst sauberen Tuches gestoppt werden. Die betroffene Körperstelle sollte man erhöht lagern.
Kommt die Blutung trotz festem Druck nach fünf Minuten nicht zum Stillstand, handelt es sich um eine klaffende, nicht zu schließende Wunde oder ist Muskel- oder Fettgewebe sichtbar, muss die Verletzung ärztlich behandelt werden. Verliert ein Erwachsener rund einen Liter Blut, besteht Lebensgefahr. Wenn eine Wunde stark blutet, das Blut pulsierend herausströmt, kann ein Blutgefäß betroffen sein. Ein Druckverband – nicht das Abbinden des Gelenks – ist hier die richtige Maßnahme.
Platzwunden können auch sehr stark bluten. Es besteht erhöhte Infektionsgefahr, denn die Wundränder sind unregelmäßig. Stark verschmutzte kleinere Wunden kann man unter fließendem Wasser reinigen, sollte sie aber anschließend immer desinfizieren und einen sterilen Verband auflegen. Bei größeren Wunden auf jeden Fall den Arzt aufsuchen. Bei Platzwunden am Schädel sollte man mehrere sterile Kompressen auf die Wunde drücken und verbinden. Solche Wunden müssen fast immer chirurgisch versorgt werden. Bei Bisswunden ist eine sofortige medizinische Untersuchung erforderlich. Was ebenfalls nicht vergessen werden sollte: Ist der Tetanusschutz noch ausreichend gegeben?